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Geschichte der Marina Rüstersiel
Die heutige Werft Iken um 1950
Die heutige Werft Iken um 1950
Der Hafen um 1970
Der Hafen um 1970

Wer kennt nicht Rüstersiel, diesen Stadtteil von Wilhelmshaven mit seinem fast noch dörflichen Charakter und dem Charme eines vergangenen Sielhafenortes an der Maade. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sielhafenorten, die nach der Landgewinnung der See zuwanderten, besteht der Hafen Rüstersiel bereits seit mehr als 400 Jahren an der gleichen Stelle.

Seit 1520 ist das nördlich der Maade gelegene Kniphausersiel und seit Anfang des 17. Jahrunhunderts, nach Legung des ersten Rüstringer Siels, der Ortsteil Rüstersiel besiedelt. Bauern, Fischer, Kaufleute und Gewerbetreibende ließen sich hier nieder, um aus Fischfang und Schifffahrt und dem damit verbundenen Handel Nutzen zu ziehen. Kaufhandelshäuser, Lager- und Packhäuser, Waagen und Gaststätten bestimmten das Siedlungsbild des Ortes bis ins 20. Jahrhundert. In dem kleinen Sielhafen herrschte reger Warenumschlag. So sind für den Zeitraum von 1872 bis 1884 1.345 angekommene und 1.293 ausgelaufene Seeschiffe registriert. Exportiert wurden landwirtschaftliche Produkte, Getreide, Vieh und Butter. Angelandet wurden in großen Mengen Tee, Kaffee, Kandis, Genever, Textilwaren, Porzellan und Baustoffe. Kuffs, Tjalken und Ewer bestimmten das Hafenbild.

Mit dem Aufkommen eiserner und dampfbetriebener Schiffe um 1900 endete die Bedeutung der Sielorte als Umschlagplatz für Handelsprodukte. Wegen der schwierigen Zufahrt durch den geschwungenen Priel konnten die neuen Frachtschiffe den kleinen Hafen nicht mehr anlaufen. Hinzu kam der Bau des kaiserlichen Marinehafens in Wilhelmshaven, der sicherlich als Konkurrenz angesehen werden konnte, da er auch der Handelsschifffahrt ausreichende Möglichkeit zum Löschen und Beladen von Schiffen bot. Immerhin wurde der Rüstersieler Hafen noch im Welthafenregister der Küstenschifffahrt bis Ende der 20er Jahre geführt.

Malerei aus den 40er Jahren
Malerei aus den 40er Jahren

Der hiesige Hafenbetrieb reduzierte sich auf Granatkutter, Fischerboote und die Segelboote des 1927 gegründeten Rüstersieler Segler-Clubs. Der Hafenbereich hatte besonders in den 20er und 30er des letzten Jahrhunderts viele Gäste aus den Jadestädten angelockt. Der Hafen mit den Liegeplätzen für die Segelboote sowie die "Drei Häuser hinterm Deich" warem immer wieder ein beliebtes Motiv für Maler. Im Kaffeegarten des Restaurantbetriebs "Zur schönen Aussicht" sitzend, beobachtete man des geruhsame Werkeln der Bootsleute und Fischer.

Das heutige Maadesiel des Rüstersieler Hafens
Das heutige Maadesiel des Rüstersieler Hafens

 

 

Bereits 1951 verlor Rüstersiel seine Funktion als Sielort, da das 3,5 km vom Ort entfernte, neu erbaute Maadesiel in der neuen Außendeichslinie am Jadefahrwasser die Aufgaben des Rüstringer Siels übernommen hatte. Im Jahre 1971 wurde das alte 3. Rüstringer Siel herausgerissen. Die Verbreiterung der Binnenmaade aus wasser-wirtschaftlichen Gründen erforderte diese Maßnahme. Die für Sielorte typische U-förmige Deichlinie einschließlich Deichschart wurde abgetragen und der Rüsternpark abgeholzt.

Immer was los im Rüstersieler Hafen - Hafenfest 1990
Immer was los im Rüstersieler Hafen - Hafenfest 1990

Dieses 3. Rüsteringer Siel, das 1880 im Zuge des Baus der Befestigungsanlagen für den Kriegshafen Wilhelmshaven errichtet worden ist, ist vielen Einheimischen noch in guter Erinnerung. Das Siel überstand die Sturmfluten der Jahre 1906, 1916, 1954 und die große Orkanflut des Jahres 1962. 90 Jahre lang schützte er das Land. Bis Ende der 40er Jahre drangen die Gezeiten der Nordsee an seine eisernen Tore mitten im einst so idyllischen "Nordseebad Rüstersiel".

Der Hafen heute, ein beliebtes Ausflugsziel für Segler und Touristen
Der Hafen heute, ein beliebtes Ausflugsziel für Segler und Touristen

 

 

 

Das Hafenbild hat sich völlig verändert. Möge uns der Anblick des jetzigen kleinen Segler-Hafens noch lange erhalten bleiben.

 

 

Dieser Text stammt aus der Feder der Rüstersielerin Doris Wilkens. Sie beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Geschichte Rüstersiels und kann noch weit mehr Anekdoten aus unserem beschaulichen Rüstersiel berichten.

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